Arbeitskreis "Müll vermeiden statt verbrennen "

 

Die Müllverbrennungsanlage in Hannover-Lahe arbeitet. Filteranlagen und Abgase müssen beobachtet werden, damit keine Verstöße aus Kostengründen vorkommen.

Wir bleiben dran!

Einen Lösungsvorschlag zu Problemen mit der Sack-Sollmenge hat Bernd Haase von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 07.07.2014:

Bernd Haase

Probleme mit der Sack-Sollmenge

Wir saßen am Tresen und hatten beschlossen, nicht über Fußball zu reden. Die ewige Debatte, was wir alles besser machen würden als Bundestrainer Jogi Löw, führt zu nichts, denn wir sind nicht der Bundestrainer – und wollen es auch nicht sein. Wären wir es, wäre uns die größte Freude am Fußball genommen, die der Besserwisserei. Stattdessen wandten wir uns einem anderen wichtigen Thema zu: dem Müll.

Seit Anfang des Jahres können wir Umlandbewohner nicht mehr so viele Restmüllsäcke kaufen, wie wir brauchen. Man teilt sie uns zu, und jetzt haben wir ein Problem. Unser Restmüllaufkommen reicht nicht aus, um die Säcke zu füllen. Meine Frau und ich beispielsweise haben bisher erst ein gutes Viertel der Sack-Sollmenge verbraucht, obwohl ich zwischendurch einen Erlass herausgegeben habe, wonach das Restmüllaufkommen in unserem Haushalt sukzessive zu steigern ist. „Man zwingt uns, entweder halb leere Säcke an die Straße zu stellen oder überflüssige wegzuwerfen. Das widerspricht dem deutschen Ordnungsprinzip“, schimpfte derjenige aus unserer Runde, den wir häufig wegen seines Hangs zur Pedanterie hänseln. Dieses Mal aber gaben wir ihm recht.

„Ich hab‘s“, sagte derjenige aus unserer Runde, den wir häufig wegen seines Hangs zu absurden Ideen hänseln: „Wir kaufen Restmüll. Das machen die Besitzer von Müllöfen auch, wenn sie zu wenig davon haben. Die holen das Zeugs sogar aus Neapel.“ Wir gaben zu bedenken, dass es vielleicht etwas teuer werden könnte, Müll aus dem Süden Italiens zu kaufen, um ihn in unsere Säcke zu stopfen. „Müssen wir ja gar nicht“, antwortete er. „Wir könnten bei hiesigen Firmen nachfragen, ob nicht eine davon einen Lastwagen voller Müll schicken kann. Den lassen wir bei uns auf dem Wendehammer abkippen. Dann kommen alle mit ihren Säcken, füllen das Zeugs ab, und alles wird gut.“

Wir beschlossen, die Sache anzugehen, und bestellten noch eine Runde, um auf das Gelingen unseres Plans anzustoßen. Der klingt für Außenstehende vielleicht wirklich absurd, passt aber aus diesem Grund hervorragend zur Müllpolitik in der Region Hannover.

07.07.2014 / HAZ Seite 9 Ressort: HANN