Ziele

Seit 1988 setzen wir uns für besseren Umweltschutz und Lebensqualität in Isernhagen und Umgebung ein. Wir sind überparteilich und keinerlei Ideologien verhaftet. Mit gleichgesinnten Bürgerinitiativen sind wir gut vernetzt, u. a. im Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. (LBU), einem Dachverband von über 100 Bürgerinitiativen.

Wir führen Informationsveranstaltungen zu aktuellen Umweltthemen durch und haben zu verschiedenen Themen Arbeitskreise eingerichtet, die sich mit speziellen Problemstellungen befassen:

 

Erfolge

Wie wirkungsvoll gute Vernetzung für die Arbeit des Umweltschutzvereins ist, hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt.

Sammellager für Giftmüll in Isernhagen HB

Als 1988 das private Entsorgungsunternehmen Edelhoff (heute Remondis) ein zentrales Sammellager für flüssigen Giftmüll in Isernhagen HB einrichten wollte, war die Empörung in der Bevölkerung groß. Das geplante Lager lag nahe der Wohnbebauung und dem Wassereinzugsgebiet. Im Sommer 1988 bildeten Bürger_innen aus Isernhagen zwei Initiativen gegen das Lager. Spontan schlossen sich 100 Menschen dem Aufruf der Familien Peters, Bremer und Schmidt an: „Kein Sondermüll in HB“. Daraus entstand nach einigen Monaten der Umweltschutzverein, der dann im Dezember 1988 in das Vereinsregister eingetragen wurde.

Das Interesse und der Protest waren so groß, dass für eine Informationsveranstaltung der Gemeinde die Turnhalle genutzt wurde. Über 50 der fast 200 Mitglieder waren ständig aktiv. Viele arbeiteten oft mehr als 10 Stunden wöchentlich auf allen nötigen Feldern, wie z. B. Naturschutz, Feuerschutz und Verkehr.

Ein externes Gutachten, dass diverse Auflagen in Aussicht stellte, brachte die Wende im Konflikt. Am 11. November 1992, nach über vier Jahren zeitraubender Sacharbeit, vieler Veranstaltungen und Protestaktionen, wurde der Bauantrag schließlich zurückgezogen und der geplante Standort damit aufgegeben. Das war ein großer Erfolg für die langjährigen Mühen und ein Beleg dafür, wie wichtig die gemeinsame Arbeit im Verein für eine bessere Umwelt ist. Mittlerweile zählte der Verein 150 Mitglieder.

Asbesthalde in Wunstorf

2008/2009 hatte der Umweltschutzverein einen weiteren, größeren Erfolg erreicht: Die Verhinderung des Transports und der Ablagerung von 170.000 t Asbestzementschlamm von Wunstorf-Luthe auf die Deponie in Hannover-Lahe. Der asbesthaltige Sondermüll war eine Altlast der Firma Fulgurit (1912-1990) und sollte per LKWs transportiert werden. Dem Umweltschutzverein war es wichtig, dass der gefährliche Schlamm auch nicht auf andere Deponien verbracht wird, sondern stattdessen eine Lösung vor Ort gesucht wird. In Zusammenarbeit mit anderen Bürgerinitiativen und sonstigen Kontakten und durch eine Klageerhebung wurde eine Lösung erreicht, die Sanierung der Halde (siehe Bericht).

Y-Bahntrasse Hamburg/Bremen-Hannover

Die Deutsche Bahn AG plante eine neue Gleisstrecke: Der Personenverkehr sollte über Isernhagen geführt werden. Diese sogenannte Y-Trasse sollte nach der Planung und dem Raumordnungsverfahren an ihrem Südende von Bissendorf-Wietze kommend nahe dem Bahnhof Isernhagen in HB in die bestehende Strecke Hamburg – Burgwedel – Isernhagen – Hannover einmünden. Damit hätte sie den von Bremen kommenden Schnellverkehr über Isernhagen nach Hannover gelenkt; eine wesentliche zusätzliche Lärmbelastung und mögliche Verdrängung des bestehenden Nahverkehrs auf dieser Verbindung.

Der Arbeitskreis stand in Verbindung mit anderen Bürgerinitativen, die sich dieses Themas angenommen hatten, im Besonderen mit einer Initiative in Walsrode. Diese Bürgerinitiative wurde 2003 auch im Rahmen des Jahresausflugs des Umweltschutzvereins besucht.

Im Raumordnungsverfahren wurde eine Stellungnahme erarbeitet und über den Dachverband LBU im Verfahren eingebracht. Dies sicherte die weitere Teilnahmeberechtigung im Verfahren.

Der Erfolg: Die Y-Trasse wird nicht gebaut!

Presseecho zum Thema Y-Trasse: Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtete am 06.11.2015: Das Y ist tot – Umstrittene Trasse wird nicht gebaut, Kommentar von Heiko Randermann: „Ende eines historischen Konflikts“.

Südlink Stromtrasse

Die Arbeit der Bürgerinitiativen gegen Südlink hat bereits zu einem Umdenken auf breiter Ebene geführt. Der Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen Südlink, bei dem der Umweltschutzverein Mitglied ist, zeigt sich vorsichtig optimistisch. Die Betreiberfirma informierte mittlerweile die Bürgermeister in einem Rundbrief über die neue Gesetzeslage, die der Erdverkabelung den Vorrang vor Freileitungen gibt. Noch sind wir aber nicht am Ziel und arbeiten weiter für eine noch bessere Vernetzung für die Energiewende.